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Haarausfall im Herbst: normal oder ein Grund für den Arztbesuch?

Autumn Hair Shedding: Normal or a Reason to See a Doctor?

Ein Morgen im Oktober. Sie waschen Ihre Haare und entdecken im Abfluss ein verdächtig großes Büschel. Dann noch ein paar Haare in der Bürste, auf dem Kissen, am Mantelkragen. Gleiches Shampoo, gleiche Ernährung, nichts Besonderes ist passiert. Warum also gerade jetzt?

Für viele Frauen beginnt der Herbst genau mit dieser Frage. In den meisten Fällen gibt es eine beruhigende Antwort: So funktioniert der natürliche Haarzyklus. Manchmal steckt aber doch etwas anderes dahinter, und es lohnt sich zu wissen, wie man das eine vom anderen unterscheidet.

Jedes Haar hat seinen eigenen Zeitplan

Ein Haar wächst nicht unendlich. Mehrere Jahre lang wächst es aktiv (diese Phase heißt Anagen), danach legt der Follikel eine Pause von etwa vier Monaten ein. Das ist die Ruhephase, auch Telogen genannt. An ihrem Ende wächst darunter bereits ein neues Haar und schiebt das alte nach und nach hinaus.

Auf einer gesunden Kopfhaut befinden sich etwa 85 % der Follikel in der Wachstumsphase und etwa 15 % in der Ruhephase. Deshalb ist es völlig normal, täglich etwa 50 bis 100 Haare zu verlieren. Ihr Haar erneuert sich einfach.

Warum gerade im Herbst

Das Verhältnis von wachsenden und ruhenden Haaren verändert sich im Laufe des Jahres. Schweizer Dermatologen haben 823 gesunde Frauen sechs Jahre lang begleitet und einen klaren Rhythmus festgestellt: Der größte Anteil der Haare tritt im Sommer in die Ruhephase ein, ein kleinerer zweiter Höhepunkt folgt im Frühling, der Tiefpunkt liegt im späten Winter.

Und jetzt kommt das Spannende. Ein Haar, das im Juli "eingeschlafen" ist, fällt nicht sofort aus, sondern erst einige Monate später. Haarspezialisten beobachten, dass der sichtbare Haarausfall dem Höhepunkt der Ruhephase um ein bis zwei Monate hinterherhinkt. Daher das Büschel im Abfluss im September und Oktober. Warum der Körper diesem Kalender folgt, kann die Wissenschaft noch nicht vollständig erklären, das Muster selbst ist aber in mehreren Studien beschrieben.

Auch der Sommer selbst kann dazu beitragen. Dermatologen zählen starke Sonne, Langstreckenflüge über mehrere Zeitzonen, Erkrankungen mit Fieber, Stress und radikale Diäten zu den Auslösern für verstärkten Haarausfall. Wenn Sie vor dem Urlaub streng Diät gehalten und danach zwei Wochen unter südlicher Sonne verbracht haben, kann der Herbstgipfel deutlicher ausfallen als sonst.

Drei Mythen, die unnötig beunruhigen

"Wenn die Haare ausfallen, wachsen sie nicht mehr." Bei dieser Art von Haarausfall ist es umgekehrt: Das alte Haar geht, weil ein neues es hinausschiebt. Dermatologen bezeichnen das sogar als Zeichen des Nachwachsens. Manchmal ist entlang des Haaransatzes ein feiner Kranz kurzer neuer Haare zu sehen.

"Seltener waschen bedeutet weniger Haarausfall." Haare in der Ruhephase sind ohnehin bereit zu gehen, und das Shampoo entscheidet nicht über ihr Schicksal. Seltenes Waschen sammelt sie nur zu einem großen Büschel, das noch mehr erschreckt. Wie oft Sie Ihre Haare waschen sollten, haben wir in einem eigenen Artikel erklärt.

"Kräftige Massagen und häufiges Bürsten wecken die Wurzeln auf." In einer Phase verstärkten Haarausfalls empfehlen Dermatologen das Gegenteil: sanften Umgang mit dem Haar, ohne kräftiges Bürsten und starke Massage. Leichte Bewegungen mit den Fingerspitzen, um ein Produkt zu verteilen, reichen völlig aus.

Wenn es nicht nur an der Jahreszeit liegt

Ärzte unterscheiden zwei verschiedene Dinge. Verstärktes Ausfallen (telogenes Effluvium) klingt in der Regel von selbst ab: Es lässt allmählich nach, und innerhalb von sechs bis neun Monaten gewinnt das Haar meist seine gewohnte Fülle zurück. Echter Haarverlust entsteht dagegen, wenn etwas das Haarwachstum stoppt, und verschwindet oft nicht von allein.

Ein Termin bei einem Dermatologen oder Trichologen ist sinnvoll, wenn:

  • der Haarausfall bis zum Winter nicht nachlässt oder von Woche zu Woche stärker wird;
  • runde kahle Stellen auftreten;
  • der Scheitel breiter wird oder der Oberkopf deutlich lichter;
  • die Kopfhaut juckt, sich rötet, schuppt oder schmerzt;
  • Sie neben dem Haarausfall Müdigkeit, brüchige Nägel oder plötzliche Gewichtsveränderungen bemerken.

Ein Arzt kann Ihre Schilddrüsenfunktion sowie Ihre Werte für Eisen, Vitamin B12 und Folsäure überprüfen. Manchmal kommen saisonaler Haarausfall und eine andere Ursache zusammen, und das auseinanderzuhalten gelingt nur einer Fachperson. Je früher die Ursache gefunden wird, desto leichter lässt sich damit umgehen.

So unterstützen Sie Ihr Haar jetzt

Saisonaler Haarausfall muss nicht "behandelt" werden, aber Sie können ihn gelassener überstehen.

Gehen Sie sanft mit Ihren Längen um. Verwenden Sie einen grobzinkigen Kamm und beginnen Sie an den Spitzen. Verzichten Sie in diesen Monaten auf straffe Zöpfe und Pferdeschwänze: Dauerhafter Zug kann selbst zu Haarverlust führen.

Werfen Sie einen Blick auf Ihren Teller. Für das Haarwachstum braucht der Körper Eiweiß, Eisen und reichlich Gemüse und Obst. Eine strenge Diät "nach dem Urlaub" bedeutet im Herbst nur zusätzliche Belastung.

Kümmern Sie sich um Ihre Kopfhaut. Es ist dieselbe Haut, die gerade Sonne, Schweiß und Salzwasser hinter sich hat, und die Heizsaison steht vor der Tür. Eine ruhige, nicht gereizte Kopfhaut bietet neuen Haaren die besten Bedingungen.

Und geben Sie sich Zeit. Haare wachsen langsam, und jede Pflege beurteilt man nach Monaten, nicht nach einer Woche.

Auf diese Inhaltsstoffe lohnt es sich zu achten

Niacinamid (Vitamin B3) hilft der Haut, Ceramide zu bilden, also Lipide, die Feuchtigkeit binden und die Schutzbarriere stärken. Außerdem wirkt es entzündungshemmend. Auf der Kopfhaut ist es kein Mittel für Haarwachstum, sondern eine Möglichkeit, die Haut ruhig und mit Feuchtigkeit versorgt zu halten. Besonders hilfreich ist es, wenn Ihre Kopfhaut nach dem Sommer empfindlicher oder trockener geworden ist.

Nikotinsäureester (zum Beispiel Ethylnicotinat) erweitern vorübergehend kleine Blutgefäße und verstärken die Durchblutung der Haut. Deshalb spüren Sie nach dem Auftragen vielleicht leichte Wärme, ein Kribbeln oder eine Rötung, die bald wieder verschwindet. In einer kleinen Pilotstudie haben andere Verbindungen aus dieser Gruppe bei Frauen mit dünner werdendem Haar die Haarfülle innerhalb von sechs Monaten spürbar erhöht. Ein interessantes Signal, aber kein Beweis für jedes Produkt mit einem ähnlichen Inhaltsstoff. Tragen Sie solche Produkte nicht auf verletzte oder entzündete Haut auf, und spülen Sie sie ab, wenn das Brennen nicht nachlässt.

Arginin ist eine Aminosäure, aus der der Körper Stickstoffmonoxid bildet, das für den Gefäßtonus wichtig ist. In der Kopfhautpflege wird es als unterstützender Inhaltsstoff eingesetzt und wirkt im Zusammenspiel einer Formel besser als allein.

Zink und pflanzliche Antioxidantien wie Grüntee- und Lärchenextrakt ergänzen eine Formel. Sie helfen der Kopfhaut, im Gleichgewicht zu bleiben und mit Umweltbelastungen zurechtzukommen.

Genau diese Kombination (Niacinamid, Arginin, Zink, Ethylnicotinat, Grüntee- und Lärchenextrakt) steckt im Kopfhautspray der RAVI Vitality Line. Die Formel wurde vom unabhängigen Labor ISPE in Mailand klinisch bewertet, und wie dieser Test funktioniert, haben wir in unserem Artikel über klinische Tests erklärt.

Zum Schluss

Ein herbstliches Büschel im Abfluss ist meist kein Defekt, sondern ein Jahreszeitenwechsel in Ihrem Körper. Bis zum Winter lässt der Haarausfall in der Regel nach, und an der Stelle der verlorenen Haare wachsen bereits neue. Gehen Sie behutsam mit ihnen um, pflegen Sie Ihre Kopfhaut und zögern Sie nicht, einen Arzt aufzusuchen, wenn etwas nicht dem gewohnten Muster folgt. Den Kalender können wir nicht anhalten, aber wir können ihm gut vorbereitet begegnen.

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